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Der Name dieses Äons, der Erdfrühzeit, ist abgeleitet vom griechischen Wort proteros, früherer. Dieser Abschitt der Erdgeschichte ist der mit Abstand längste. Manchmal nennt man ihn auch Kryptozoikum, der Zeitraum des "verborgenen Lebens". Es gibt Hinweise darauf, dass es schon vor 1.000 Millionen Jahren einfache, winzige Lebensformen gegeben hat, doch es ist schwierig herauszufinden, wer sie waren und wie sie lebten. Wir lernen über urzeitliche Tiere, indem wir Fossilien untersuchen. Diese Lebewesen hatten jedoch noch keine feste, schützende Schale, die uns hätte erhalten bleiben können. Am Ende des Proterozoikums treffen wir auf die ersten Tiere. Zu Beginn des Proterozoikums waren 50-70% der heutigen Kontinentalkruste vorhanden. Die Erdkruste war in eine Anzahl von tektonischen Platten zerbrochen, und diese sind seit jeher in Bewegung, wenn auch nur wenige Zentimeter im Jahr. Dieses Phänomen heißt Kontinentalverschiebung. Ganz allmählich, über Millionen von Jahren, stieg der Sauerstoffgehalt der Meere, und schließlich gelangte freier Sauerstoff in der Atmosphäre. Offenbar war nicht mehr genug Eisen und Schwefel im Meer, um den durch Fotosynthese der Cyanobakterien entstandenen Sauerstoff sofort chemisch zu binden. Auf dem Festland reagierte eisenhaltiges Gestein mit dem Sauerstoff in der Atmosphäre und färbte sich rostrot, vor ungefähr 2.000 Millionen Jahren entstanden Rotsedimente. An ein Leben in unserem Sinn war aber noch lange nicht zu denken. Nun breiteten sich auf der ganzen Erde Stromatholiten aus und bedeckten weite Teile der damaligen Welt. Auch heute findet man sie noch als "lebende Fossilien", z.B. in der Shark Bay in Australien (Bild rechts) und im Cortez-See in Mexiko. Der Sauerstoffgehalt der Atmosphäre stieg vor ca. 2.300-2.200 Millionen Jahren rapide an, erstmals gab es einen geringen Gehalt freien Sauerstoffs in der Atmosphäre. Die Ozonschicht bildete sich. Vor 2.300 vereiste die Erde zum ersten Mal, nach einem Fundort in der Nähe des Huron-Sees in Kanada spricht man vom "Huronischen Eiszeitalter", alternativ von der altproterozoischen Vereisung Vor ungefähr 2.100 Millionen Jahren gab es im Meer die ersten Organismen mit einem echten Zellkern (Eukaryoten). Mit Ausnahme der Bakterien sind alle Organismen Eukaryoten, also auch wir. Vor 1.500 Millionen Jahren tauchten die ersten mehrzelligen Tiere auf. Über Millionen von Jahren verschmolzen weitere Landmassen mit den Urkontinenten und schließlich entstand vor ca. 1.100 Millionen Jahren ein erster Superkontinent - Rodinia. Da es aus dieser Zeit nur wenig zuverlässige Daten gibt, kann man nicht sicher sagen, wie groß Rodinia war oder wo genau es gelegen hat. Vermutlich lag das heutige Nordamerika in der Mitte dieses uralten Superkontinents, umgeben vom späteren Südamerika, Australien und Antarctica. Vor ungefähr 750 Millionen Jahren brach Rodinia dann in zwei Hälften auseinander und ein riesiger Ozean, der Panthalassische Ozean, entstand. Dann, vor ungefähr 600 Millionen Jahren, kollidierten die beiden Hälften des einstigen Rodinias mit einem dritten Kontinent (weite Teile des heutigen Afrikas) und bildeten so einen neuen Superkontinent: Pannotia. Doch gegen Ende des Proterozoikum und bis ins Kambrium hinein zerfiel auch Pannotia in kleinere Kontinente: Gondwana (Antarktis, Afrika, Südamerika, Indien, Australien), Baltica (Nordeuropa), Sibiria und Laurentia (Nordamerika). Am Ende des Proterozoikums erstarrte die Erde in den vermutlich stärksten Eiszeiten ihrer Geschichte, von 750 bis 700 Millionen Jahren (Sturtische Vereisung) und Varanger Vereisung (vor 620-580 Millionen Jahren). Das war die Zeit der "Schnellball Erde", und bis heute gibt es keine eindeutige Erklärung, wie es dazu kam. Kurz nach der letzen Vereisung, im Ediacarium (früher Vendium, vor 650-544 Millionen Jahren) schaffte das Leben den Durchbruch in den Urozeanen, und wir treffen auf die ersten Tiere. 1946 wurden in der Ediacara Mine in den Flinders Range in Südaustralien Abdrücke urzeitlicher Meerestiere gefunden. Noch sind es keine "richtigen" Fossilien, die uns überliefert sind, denn diese Tiere hatten weder eine Schale noch feste Körperteile, sondern vielmehr Abdrücke, die sie hinterlassen haben. Sie erinnern an Quallen, Würmer oder Scheiben, und die Wissenschaftler können nicht sicher sagen, ob sie entfernt mit heutigen Tieren verwandt sind, oder eine Art "brain storming" der Schöpfung waren. Manchmal ist sogar die Rede von "seltsamen" Organismen. Doch sind sie sehr schön und es ist faszinierend, dass diese Abdrücke uns durch Millionen von Jahren hindurch erhalten geblieben sind. Das Aussehen der Erde wurde im Verlauf der Millionen oft geändert, früherer Meeresboden liegt heute frei zugänglich, und so fand man diese Fossilien inzwischen an vielen weiteren Orten auf der Welt, unter anderem in Charnwood Forest in Leicestershire, England, und in Namibia.
Bild- und Quellennachweis Die Fotos der Stromatholiten.
der Dickinsonia, der
Cyclomedusa und der Karte basieren auf den nachfolgend aufgeführten Bildern aus der freien Enzyklopädie Wikipedia
und stehen unter der GNU-Lizenz für freie
Dokumentation. |