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Kreide | vor 144-65 Mio. Jahren 


Der Dinosaur Provincial Park in Alberta, Kanada. 
Hier wurden viele Dinosaurier aus der Kreidezeit gefunden.
(Wikipedia, s.u.)

Dieser Zeitabschnitt ist wurde nach seinem bekanntesten Sediment bezeichnet, der (Schreib-)Kreide. Denkt nur an die Kreidefelsen in Rügen oder Dover. 

Vor ungefähr 140.000 Millionen Jahren brach auch der Großkontinent Gond- wana auseinander. Mit der Entstehung des Südatlan- tiks löste sich Südamerika von Afrika; Indien und Madagaskar entfernten sich von Antarctica und Australien. Australien und die Antarktis waren noch miteinander verbunden. 

Zwar waren die Pole eisfrei und die Dinosaurier konnten hin- und herwandern, doch war das Klima kühler geworden, in den Wintermonaten fror und schneite es. Zudem mussten die Tiere mit monatelanger Dunkelheit fertig werden. In den nördlichen Kontinenten prägten  Flusslandschaften und Koniferenwälder das Bild;  in den Wintermonaten schneite es. 

Am Ende der Unteren Kreide (vor 144-99 Millionen Jahren) stieg der Meeresspiegel und weite Regionen wurden überflutet; es war  eine der größten Überflutungen der Erde überhaupt.  Der Nordatlantik trennte Europa von Nordamerika - soweit man von Europa reden kann, denn es bestand nur aus wenigen Inseln. Nordamerika war durch einen breiten Flachmeerstreifen in eine westliche und eine östliche Hälfte getrennt. Doch auch neue Küsten und neue Lebensbereiche am Ufer entstanden. Ein Seeweg lief durch West und Zentralafrika, und wo heute Wüste ist, war es damals tropisch feucht und üppig grün.

Zu Beginn der Oberen Kreide (vor 99-65 Millionen Jahren)  waren weite Regionen überflutet. Australien hatte sich von Antarctica gelöst, das nun isoliert war; auch Madagaskar war nun eine Insel, und Indien driftete weiter nach Nordosten. Es gab nur noch wenige Landbrücken, doch eine davon muss Asien mit Nordamerika verbunden haben, denn es gab Tyrannosauriden in Nordamerika und Asien, und die Ceratopsier kamen aus Asien nach Nordamerika. Überall erschienen neue Arten und die  neue, artenreiche Pflanzenwelt mit Laubbäumen und Blüten gab der Entwicklung neuer Dinosaurierarten einen ungeheuren Schub. Am Ende der Kreide sank der Meeresspiegel. Große Gebirge entstanden, unter ihnen die Rocky Mountains. Das Flachmeer in Nordamerika ging zurück, und zwischen Ufer und Rocky Mountains lebten viele Dinosaurier. 

Das Ende der Kreidezeit brachte dramatische Veränderungen:  In gewaltigen, lang anhaltenden Vulkanausbrüchen strömten Lava und Dampf aus; das Hochland von Dekkan in Indien entstand. Dabei stiegen große Mengen  giftiger  Gase (Kohlendioxyd) in die Atmosphäre. Beide Faktoren führten zu drastischen Klimaänderungen, und das wiederum veränderte die Lebensbedingungen für Tiere und Pflanzen. Vielen Beiträge sprechen  von einem "Inferno zum Ende der Kreidezeit"


Die "Flaming Cliffs" in der Mongolei; hier wurden viele Dinosaurier aus der Kreidezeit gefunden (Wikipedia, s.u.)

Das Aussterben der Dinosaurier

Die Frage nach dem Aussterben der Dinosaurier ist nach wie vor eines der großen Rätsel der Paläontologie. Es gibt unzählige Theorien dazu; die beiden wichtigsten machen einen Meteoriteneinschlag vor 65 Millionen Jahren und den langanhaltenden Vulkanismus am Ende der Kreidezeit verantwortlich. 

Diese Theorie wurde 1980 von dem amerikanischen Geologen Walter Alvarez und seinem Vater, dem Physik- Nobelpreisträger Luis Alvarez, aufgestellt. Er gründete seine Theorie auf  einer dünnen Tonschicht, die genau die Grenzen zwischen den Ablagerungen der Kreidezeit und des Tertiärs kennzeichnet und deutliche Spuren des Elements Iridiums enthält, das auf der Erde nicht vorkommt, wohl aber in Meteoriten. Diese "Iridium-Schicht"  konnte in vielen Regionen Europas und Nordamerikas nachgewiesen werden. Die Theorie wurde untermauert, als 1990 im Süden Mexikos ein riesiger Krater entdeckt wurde, der sich teils an Land, teils auf dem Meeresboden erstreckte. Er war auf Luftbildern gut auszumachen und gilt inzwischen als der lange gesuchte Krater. Einen weiteren Beweis lieferten Aufnahmen der "Shuttle Radar Topography Mission" der Nasa. Die bearbeiteten Radar-Daten zeigen eindeutig den Verlauf des Einschlagkraters an der Oberfläche der Yucatan-Halbinsel in der Nähe des Dorfes Chicxulub.   Wissenschaftliche Berechnungen geben uns heute eine Vorstellung von der Katastrophe: Der Meteorit mit einen Durchmesser von bis zu 10 km raste mit etwa 30 km pro Sekunde auf die Erde. Er prallte in ein flaches Meer etwa dort, wo heute der Golf von Mexiko ist.  Binnen Minuten wurden 50.000 Kubikkilometer Staub und glühende Steine in Form eines Rauchpilzes hoch geschleudert. Mehrere Hundert Millionen Tonnen Schwefel wurden in die Atmosphäre geschleudert, mit Wassertropfen vermischt bildet dieser riesige Mengen an saurem Regen.

Dem Einschlag folgen Erdbeben der Stärke 10 auf der Richterskala. Minuten nach dem Aufprall jagt eine Explosionswelle über den ganzen Kontinent, in Sekunden verbrennen ganze Wälder. Einige Stunden nach dem Einschlag rasen gigantische Flutwellen, Tsunamis, um den Erdall. Die Kombination aus Gesteinsstaub und Ruß verdunkelt auf Jahre hinaus den Himmel. Als Folge gehen die Temperaturen extrem zurück und das Sonnenlicht dring nicht auf die Erdoberfläche. So konnten die Grünpflanzen nicht mehr wachsen, es gab keine Nahrung mehr für die pflanzenfressenden Tiere, und damit auch keine Nahrung mehr für die fleischfressenden Tiere.

75 % aller Tiere sind damals umgekommen; zu den Opfern gehörten die Dinosaurier, die Plesiosaurier und Mososaurier im Meer und die Pterosaurier in der Luft. Andere Tiere überlebten, so die Schnecken, Fische, Amphibien, Schildkröten, Eidechsen und Schlangen, Krokodile, Vögel und Säugetiere.

Umstritten ist unter Fachleuten, ob allein der Meteoriteneinschlag von Chicxulub Ursache des Massensterbens war. Ein amerikanisch-deutsches Forscherteam um Gerta Keller von der Princeton University stellte die These auf, dass ein ein zweiter, noch schlimmerer Meteoriteneinschlag in Indien für das Massensterben verantwortlich war. Dort gibt es einen 500 km großen Krater namens Shiva.  Erst dieser hinterließ die berühmte Iridium-Schicht. Andere Geologen halten Kellers Deutung für viel zu kompliziert.

Viele Forscher gehen heute jedoch davon aus, dass nicht einer dieser Katastrophen alleine für das Massenaussterben verantwortlich war, sondern dass mehrere ungefähr zeitgleiche Ereignisse zusammen dazu geführt haben.

 

Bild- und Quellennachweis

Die Fotos vom Dinosaur Provincial Park in Kanada und von den Flaming Cliffs in der Mongolei stammen aus der freien Enzyklopädie Wikipedia Dinosaur Provincial Park, Flaming Cliffs) und stehen unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation
Urheber  Scorpion0422  Dinosaur Provincial Park 
Urheber  Flaming Cliffs