Karbon (vor 358-296 Millionen Jahren)

Zu Anfang des Karbons, der Steinkohlezeit, herrschten weltweit tropischen Bedingungen; ausgedehnte Flachmeere mit weiten Küstenbereichen und riesige Sümpfe und Sumpfwälder prägten das Bild - die Erde war grün! Auch wenn man sich Urwälder, Sumpflandschaften und Moore vorstellen kann, so sind die des Karbons doch fremdartig: Da waren gewaltige Baumfarne und Schachtelhalme, Siegel- und Schuppenbäume. Durch die riesigen Wälder stieg der Sauerstoffgehalt der Atmosphäre deutlich an. Es war ein idealer Lebensraum für Insekten und Amphibien, und das Karbon wird auch als Zeitalter der Amphibien bezeichnet. Einige von ihnen wurden sehr groß: Mastodonsaurus wurde 4 m lang, und Meganeura, die Riesenlibelle, maß 35 cm!

Erste Reptilien

Gegen Ende des Devons hatte der Urlurch Ichthyostega das Festland als neuen Lebensraum entdeckt; nun entwickelten sich dort Amphibien und Reptilien in großer Vielfalt. Das war vor allem einem Riesenschritt in der Evolution zu verdanken, dem amniotischen Ei. Zuvor mussten die Amphibien ihre Eier im Wasser ablegen, um sie vor dem Austrocknen zu schützen. Nun war der Embryo in seinem amniotischen Ei gut geschützt und wurde an Land geboren. Das Karbon gilt als Zeitalter der Amphibien. Während dieses Erdalters herrschten tropischen Bedingungen, es gab ausgedehnte Flachmeeren, weite Küstenbereiche und riesige Sumpfwälder - ein idealer Lebensraum für Insekten und eben Amphibien, die nahe am Wasser leben müssen. 

Pangäa, der Superkontinent

Die Ur-Kontinente bewegten sich weiter aufeinander zu. Sibiria kollidierte mit Laurasia (Nordamerika und Teile Nord- und Mitteleuropas), so entstand das Ural-Gebirge. Im späten Karbon kollidierte der riesige Südkontinent Gondwana mit dem Nordkontinent, dabei wurden in Nordamerika und Europa große Gebirge aufgefaltet (Variszische Faltung), in meiner Region das Rheinische Schiefergebirge. Gegen Ende des Karbons war ein neuer Superkontinent entstanden, der sich vom Nordpol bis zum Südpol erstreckte: Pangäa. Im Westen lag der Panthalassische Ozean, im Osten der Paleo-Thetys See.

Steinkohle

Aus dem riesigen Sumpfwäldern entstanden im Oberen Karbon die große Steinkohlevorkommen in Nordamerika und Mitteleuropa, als auch die des Ruhrgebiets, denn Deutschland lag damals am Äquator im Regenwaldgürtel. Große Mengen abgestorbener Pflanzenreste versanken im Sumpf und wurden langsam zu Torf. Immer wieder wurde darüber Schlamm und Sand gelagert, der Torf wurde entwässert und verdichtet. Über Jahrmillionen wiederholte sich dies immer wieder, Druck und Temperatur steigen, und schließlich wurde aus Torf Steinkohle.