Dinosaurier-Gattungen

Von einigen Dinosauriern weiß man viel, von anderen kaum etwas. Mancher Fund bestätigt die Vermutung der Wissenschaftler, ein anderer gibt neue Rätsel auf. Unstrittig scheint die grundlegende Einteilung der Dinosaurier anhand der Form ihres Beckens.

Saurischier (Echsenbecken-Saurier) Ornithischier (Vogelbecken-Saurier)
Die einen haben ein für Reptilien typisches Becken. Die anderen haben ein Becken, das dem der heutigen Vögel ähnlich ist.
Theropoden Sauropoden Ornithopoden Thyreophora Marginocephalia

Die "Scharfzähne"

Die Stammbäume der "Raubtierzahn-Dinosaurier" sind fast so unterschiedlich wie es Dinosaurierbücher gibt. Das ist verständlich wenn man bedenkt, dass es viel weniger Funde von Theropoden als von anderen Sauriern gibt, und so wirft mancher neue Fund bisherige Stammbäume wieder durcheinander.

In der Trias tauchten die ersten Raubsaurier auf, Eoraptor und Herrerasaurus. Auf diese ganz frühen Theropoden passt die bestehende Ordnung nicht. Ebenfalls in der Trias lebten Coelophysis und sein Verwandter Procompsognatus. Auch die Ceratosaurier sind recht urtümlich, lebten jedoch viel später.

Alle anderen Raubsaurier gehören in die Gruppe der Tetanurae, sie hatten einen Schwanz, der durch verknöcherte Sehnen besonders stabil war - so konnten sie beim Lauf auf den Hinterbeinen gut balancieren. Die große Gruppe ist unterteilt und Carnosaurier und Coelurosaurier. Die Carnosaurier waren meist gewaltige Tiere mit schwerem Knochenbau. Da waren die Megalosauriden wie Dilophosaurus und Megalosaurus.

Aus den Megalosauriden haben sich wahrscheinlich Spinosauriden entwickelt. Sie hatten einen großen Rückenkamm, stumpfe Zähne und Reißkrallen: Acrocanthosaurus, Spinosaurus, Baryonyx, Suchomimus. Die Allosauriden waren gewaltige Raubsaurier und verbreiteten zu ihrer Zeit, dem Oberen Jura und der Unteren Kreide, sicher genauso viel Schrecken wie der Tyrannosaurus Rex in der Oberen Kreide.

Die Coelurosaurier waren kleiner und leichter gebaut als die großen Carnosaurier. Ihr Name bezieht sich auf die dünnwandigen Hohlknochen, aus denen der größte Teil ihres Skelettes bestand. Die Coeluriden wie Ornitholestes waren aktive, flinke Räuber, die sich mit ihren schlanken Körpern auf zwei Beinen bewegten. Ihre langen Schwänze hielten dabei das Gleichgewicht.

Mit ihren krallenbesetzten Vordergliedmaßen schnappten sie ihre Beute. Die Coeluriden erlebten vom Oberjura bis zur Unterkreide weltweit ihre Blütezeit. Man mag es kaum glauben, doch auch die gewaltigen Tyrannosauriden waren Coelurosaurier, unter ihnen der wohl populärste Dinosaurier, der Tyrannosaurus Rex, sowie Albertosaurus, Tarbosaurus alias Tyrannosaurus bataar, Alioramus und Daspletosaurus.

Dann Oviraptor mit seinen Verwandten und die Ornithomimiden, die Vogelnachahmer, die in vielem an große Laufvögel wie den Strauß erinnern. Schließlich die große Gruppe der Deinonychisauria mit den Troodontiern und den Dromaeosauriern, unter ihnen Deinonychus, Utahraptor und Velociraptor.

Sie lebten zur Kreidezeit in Nordamerika und Asien. Wie alle Coelurosaurier haben sie einen leichten Körperbaum aber einen schweren Schädel ähnlich dem der Carnosaurier. Sie jagten in Rudeln und müssen Angst und Schrecken um sich verbreitet haben.

Die Giganten

Angefangen von den - für Dinosaurier - eher kleinen Prosauropoden wie  Anchisaurus, Thecodonsaurus, Plateosaurus, Massospondylus, Mussaurus, Riojasaurus (Melanosaurier). Die Prosauropoden erschienen in der Oberen Trias und starben im Unteren Jura aus.

Die Sauropoden des Jura erreichten gewaltige Ausmaße mit ihren massigen Körpern, langen Hälsen und Schwänzen - nur ihr Kopf war verhältnismäßig klein. Da sind die ganz urigen Tiere wie Vulcanodon und Lufengosaurus.und die große Gruppe der Neo-Sauropoden: Cetiosaurus, Camarasaurus, Opisthocoelicaudia, Diplodocus und seine Verwandten Apathosaurus, Mamenchisaurus, Barosaurus, Seismosaurus. Sie waren die längsten unter den Sauropoden, mit extrem langen Hälsen und Schwänzen. Brachiosaurus und seine Verwandten waren die Giganten ihrer Zeit und lebten in Nordamerika, Europa und Afrika.

Die letzte Sauropoden-Familie waren die Titanosauriden wie Saltasaurus, Alamosaurus, Titanosaurus und Supersaurus. Sie lebten in der Kreidezeit auf der ganzen Welt, vor allem aber in Südamerika, dort blühten sie bis zum Ende der Kreidezeit. Ihr Name ist freilich irreführend, den im Vergleich zur riesigen Verwandtschaft waren sie mit ca. 12 m im Durchschnitt beinahe klein. Auch hatten sie massive, nicht ausgehöhlte Wirbelknochen.Einige von ihnen - z.B. der Saltasaurus - entwickelten Rückenpanzer, anderen sahen mit ihren Stacheln recht wild aus.

Die Vogelfuß-Dinosaurier

Diese Tiere findet man das ganze Mesozoikum hindurch.

Die ältesten Ornithopoden überhaupt lebten auf der Südhalbkugel, im heutigen südlichen Afrika und Südamerika, zu ihnen gehörten Lesothosaurus, Fabrosaurus, Heterodontosaurus und Pisanosaurus.

Im Jura durchstreifte Dryosaurus, ein urzeitlicher "Globetrotter" die damalige Welt.Die vorherrschenden Dinosaurier der Unteren Kreide waren die Iguadons, eine weitverbreitete Familie, zu denen u.a. Iguanodon in Europa, Ouranosaurus in Afrika und Muttaburrasaurrus in Australien gehörten. Ebenfalls in der Unteren Kreide lebte Leaellynasaura, der kleine Ornithopode mit den großen Augen aus Australien.

In der Oberen Kreide lebten große Hadrosaurier mit Entenschnäbeln und ganz unterschiedlichen Kopfformen: Anotitan, Hadrosaurus, Bactrosaurus, Maiasaura, Edmontosaurus, Lambeosaurus, Tsintaosaurus, Corythosaurus, Saurolophus und Parasaurolophus.

Die Panzerträger

Schwere Dinosaurier mit einem "Panzer" aus Knochenplatten, Buckeln und Stacheln, die auf vier Beinen liefen. Die "Panzerung" war dabei ganz unterschiedlich, von den frühen, eher leicht gepanzerten wie Schelidosaurus über die Stegosaurier mit ihren Dachplatten und Stacheln bis hin zu den schwer gepanzerten Ankylosauriern in der Oberen Kreide.

Bei den Ankylosauriern gibt es zwei Gruppen. Über die ältere Gruppe, die Nodosaurier, ist nur wenig bekannt. Man weiß, dass sie einen kleinen Kopf, einen knöchernen Rückenpanzer und lange Stachel an Hals und Schultern hatten. Nur ihr Bauch war ungeschützt, deshalb kauerten sie sich zur Verteidigung besser auf den Boden zusammen. Hylaeosaurus, Polacanthus, Sauropelta, Nodosaurus, Panoplosaurus und Edmontonia waren Nodosaurier.

Bei den Ankylosauriern waren die Köpfe, Rücken und Schwänze mit Knochenplatten bedeckt. Zudem hatten sie Schwanzende eine schwere "Keule" aus Knochen. Wenn sie bedroht wurden, duckten sie sich und schwangen ihre Keule gegen den Angreifer. Zu ihnen gehörten Minmi in Australien, Euoplocephalus in Nordamerika, Saichania in der Mongolei, Ankylosaurus in Nordamerika.

Die Horndinos

Alle Tiere dieser Ordnung hatten einen auffällig geformten Schädel: seien es Hörner auf Stirn oder Schnauze wie die Ceratopsier, oder eine ganz dicke Schädeldecke wie die Pachycephalosaurier. Sie alle lebten während der Kreidezeit, und alle waren Pflanzenfresser.

Die Pachycephalosaurier, die "Dickkopfsaurier" hatten ein verdicktes Schädeldach, das bis zu 25 cm dick werden konnte. Außerdem hatten sie unterschiedliche Verdickungen hinten und seitlich am Kopf bzw. auf der Schnauze.Sie liefen auf zwei Beinen. Pachycephalosaurus, der Namensgeber, und seine Verwandten Prenocephale, Stegoceras und Stygimolochhaben kuppelförmige Schädel, während die von Homocephale und seiner Familie flacher sind.

Die Ceratopsier, die "Horngesichter" trugen einen knöchernen Nackenschild und mächtige Hörner an Stirn und auf der Nase. Von ihrem "Urvater" Psittacosaurus aus der Unteren Kreide einmal abgesehen, traten sie erst am Ende der Kreide auf und liefen auf vier Beinen. Protoceratops und seine Familie waren frühe Horndinosaurier, bei denen die Hörner und Nackenschilder noch nicht so ausgeprägt waren. Zu ihnen gehörten u.a. der Namensgeber Protoceratops, Bagaceratops, Montanoceratops, Leptoceratops, Microceratops und Monoclonius.

Horndinosaurier aus der Familie Ceratops wurden nur in Nordamerika gefunden: Arrhinoceratops, Chasmosaurus, Anchiceratops, Pachyrhinosaurus, Centrosaurus, Styracosaurus, Pentaceratops, Torosaurus und natürlich Triceratops.