Warum starten die Dinosaurier aus?

LebensbaumDiese Frage ist nach wie vor eines der großen Rätsel der Paläontologie. Es gibt unzählige Theorien dazu; die beiden wichtigsten machen einen Meteoriteneinschlag vor 65 Millionen Jahren und den langanhaltenden Vulkanismus am Ende der Kreidezeit verantwortlich.

Diese Theorie wurde 1980 von dem amerikanischen Geologen Walter Alvarez und seinem Vater, dem Physik- Nobelpreisträger Luis Alvarez, aufgestellt. Er gründete seine Theorie auf einer dünnen Tonschicht, die genau die Grenzen zwischen den Ablagerungen der Kreidezeit und des Tertiärs kennzeichnet und deutliche Spuren des Elements Iridiums enthält, das auf der Erde nicht vorkommt, wohl aber in Meteoriten. Diese "Iridium-Schicht" konnte in vielen Regionen Europas und Nordamerikas nachgewiesen werden.

Die Theorie wurde untermauert, als 1990 im Süden Mexikos ein riesiger Krater entdeckt wurde, der sich teils an Land, teils auf dem Meeresboden erstreckte. Er war auf Luftbildern gut auszumachen und gilt inzwischen als der lange gesuchte Krater.

Einen weiteren Beweis lieferten Aufnahmen der "Shuttle Radar Topography Mission" der Nasa. Die bearbeiteten Radar-Daten zeigen eindeutig den Verlauf des Einschlagkraters an der Oberfläche der Yucatan-Halbinsel in der Nähe des Dorfes Chicxulub.

Wissenschaftliche Berechnungen geben uns heute eine Vorstellung von der Katastrophe: Der Meteorit mit einen Durchmesser von bis zu 10 km raste mit etwa 30 km pro Sekunde auf die Erde. Er prallte in ein flaches Meer etwa dort, wo heute der Golf von Mexiko ist. Binnen Minuten wurden 50.000 Kubikkilometer Staub und glühende Steine in Form eines Rauchpilzes hoch geschleudert. Mehrere Hundert Millionen Tonnen Schwefel wurden in die Atmosphäre geschleudert, mit Wassertropfen vermischt bildet dieser riesige Mengen an saurem Regen.

Dem Einschlag folgen Erdbeben der Stärke 10 auf der Richterskala. Minuten nach dem Aufprall jagt eine Explosionswelle über den ganzen Kontinent, in Sekunden verbrennen ganze Wälder. Einige Stunden nach dem Einschlag rasen gigantische Flutwellen, Tsunamis, um den Erdall. Die Kombination aus Gesteinsstaub und Ruß verdunkelt auf Jahre hinaus den Himmel. Als Folge gehen die Temperaturen extrem zurück und das Sonnenlicht dring nicht auf die Erdoberfläche. So konnten die Grünpflanzen nicht mehr wachsen, es gab keine Nahrung mehr für die pflanzenfressenden Tiere, und damit auch keine Nahrung mehr für die fleischfressenden Tiere. 75 % aller Tiere sind damals umgekommen; zu den Opfern gehörten die Dinosaurier, die Plesiosaurier und Mososaurier im Meer und die Pterosaurier in der Luft. Andere Tiere überlebten, so die Schnecken, Fische, Amphibien, Schildkröten, Eidechsen und Schlangen, Krokodile, Vögel und Säugetiere.

Umstritten ist unter Fachleuten, ob allein der Meteoriteneinschlag von Chicxulub Ursache des Massensterbens war. Ein amerikanisch-deutsches Forscherteam um Greta Keller von der Princeton University stellte die These auf, dass ein ein zweiter, noch schlimmerer Meteoriteneinschlag in Indien für das Massensterben verantwortlich war. Dort gibt es einen 500 km großen Krater namens Shiva. Erst dieser hinterließ die berühmte Iridium-Schicht. Andere Geologen halten Kellers Deutung für viel zu kompliziert. Viele Forscher gehen heute jedoch davon aus, dass nicht einer dieser Katastrophen alleine für das Massenaussterben verantwortlich war, sondern dass mehrere ungefähr zeitgleiche Ereignisse zusammen dazu geführt haben.