Paläogen, das Alt-Tertiär (vor 65-23,8 Millionen Jahren)

Moderne Wissenschaftler verwenden den Begriff Tertiär nicht mehr, sie sprechen dafür vom Paläogen ("Alt-Tertiär", Paläozän, Eozän, Oligozän) und dem Neogen ("Jung-Tertiär", Miozän, Pliozän). Die Erde nahm langsam die Form an, die wir heute kennen.

Oligozän        
weit verbreitet Nordamerika Europa Asien Afrika
  Hyracodon
Mesohippus
Metamynodon
Bronthotherium
  Metamynodon
Indricotherium
Arsinotherium
Moeritherium
Zu Beginn des Oligozäns (vor 33,7-23,8 Millionen Jahren) entstanden neue Meeresarme. Die Antarktis trennte sich vollständig von Südamerika und Afrika, ein Seeweg zwischen Grönland und Norwegen entstand. Erstmals konnte sich nun der zirkumpolare Meeresstrom bilden. Die Antarktis vereiste wieder, der Meeresspiegel sank, neue Landverbindungen entstanden und es wurde deutlich kühler und trockener. Die riesigen Urwälder verschwanden, dafür breitete sich Grasland aus .. und mit ihm die Gras futternden Tiere, unter ihnen Bronthotherium, das gewaltige "Donnertier" aus den nordamerikanischen Badlands, dem Gebiet der Sioux-Indianer - Bild oben.

Zahlreiche Tierarten kamen aus Asien nach Europa, unter ihnen die ersten Nashörner. In Nordamerika lebten frühe, dreizehige Pferde: Mesohippus und Miohippus. In Asien lebte Indricotherium, das größte Landsäugetier überhaupt, in Afrika Moeritherium. Dazu die Vorfahren der heutigen Katzen, Hunde, Schweine und Kamele. Flusspferde, Tapire und Fledermäuse; dazu Amöben, Insekten, Spinnen, Ameisen und Bienen. Auch erste Menschenaffen erschienen im Oligozän.

Ja, und im Oligozän und Miozän entstand mein Zuhause, das Siebengebirge im Rheinland.
Eozän        
weit verbreitet Nordamerika Europa Asien Afrika
Flugunfähige Raubvögel
Diatryma
Hyracotherium
Metamynodon
Uintatherium
  Metamynodon
Andrewsarchus
 
Es herrschte ein warmes, feuchtes Klima mit vielen subtropischen Wäldern; auch die Antarktis und Grönland waren eisfrei. Vor 50-55 Millionen Jahren prallte dann Indien auf Asien, durch die Kollision dieser gewaltigen Landmassen entstanden das Hochland von Tibet und der Himalaya. Grönland und Europa drifteten auseinander, doch noch immer gab es einen Landweg zwischen Eurasien, Grönland und Nordamerika. Die Iberische Halbinsel und Italien trafen auf Europa, bei der Kollision mit Südfrankreich wurden die Pyrenäen aufgefaltet.

Im Eozän (vor 54,8-33,7 Millionen Jahren)erschienen erste Primaten, dann erste Pferde, winzig klein wie Hyracotherium, das Urpferdchen. Dann kamen erste Affen; auch tauchten große, furchterregende Laufvögel wie Diatryma auf. Am Ende des Eozäns gab es zahlreiche große Vierbeiner wie Andrewsarchus, unter ihnen die Urahnen unserer heutigen Tiere, Schweine, Nashörner, Pferde, aber auch fremdartig anmutende Tiere wie Arsinotherium und Uintatherium.
Paläiozän        
weit verbreitet Nordamerika Europa Asien Afrika
  Pantolambda      
Zu Beginn des Paläogens, des Alt-Tertiärs, war das Klima weltweit heiß und feucht; Urwälder bedeckten die Erde. Kleine Säugetiere verloren sich fast in den riesigen Sümpfen und Regenwäldern.

Australien, Südamerika und die Antarktis waren noch verbunden, Afrika und Indien waren bereits isoliert. Auch Nordamerika, Grönland, Europa und Asien waren noch verbunden, und über Beringstraße gab es auch einen Landweg von Ostasien nach Nordamerika.
Bild- und Quellennachweis

Das Foto stammt aus der Public Domain Section der Wikipedia.